Im Rahmen der Verantwortungsstunde führten zwei Schüler der 6b ein besonderes Interview. Sie besuchten Bewohner*innen des Pflegeheims „Domicil – Seniorenpflegeheim Amendestraße“ und kamen mit Ihnen ins Gespräch. Dabei standen persönliche Lebensgeschichten, Erfahrungen und Erinnerungen im Mittelpunkt – ein bereichernder Austausch für die Generationen.

Kinder: Wie geht es Ihnen heute?
Bewohnerin 1: Mir geht es heute besser als sonst. Ich brauche zwar eine Brille, aber davor habe ich ein bisschen Angst.
Bewohner 2: Mir geht es gut.
Bewohnerin: Mal geht es mir gut, mal nicht so gut. Ich muss viele Tabletten nehmen.
Kinder: Wie dürfen wir Sie nennen?
Uschi: Nennt mich einfach Uschi.
Bernd: Ihr könnt Bernd sagen.
Bewohnerin: Sagt einfach meinen Vornamen.
Kinder: Wie alt sind Sie oder wann sind Sie geboren?
Uschi: 05.02.1939
Bernd: 1951
Bewohnerin: 94 Jahre
Kinder: Wo seid Sie aufgewachsen?
Uschi: In Tegel, in der freien Scholle.
Bernd: In Kreuzberg.
Bewohnerin: Im Wedding.
Weitere Bewohnerin: In Waidmannslust, da bin ich auch zur Schule gegangen.
Kinder: Was haben Sie als Kinder gern gespielt?
Uschi: Eigentlich alles! Wir waren viel draußen – auf Wiesen, Feldern und am Wasser.
Bernd: Cowboy und Western.
Bewohnerin: Kartenspiele und ich habe gern getanzt.
Weitere Bewohnerin: Fußball, Völkerball und ich habe gern gemalt. Oft haben wir auf der Straße Fußball gespielt.
Kinder: Wo sind Sie zur Schule gegangen?
Uschi: Erst in Waidmannslust zur Grundschule und später nach Hermsdorf.
Bernd: Ich bin zur Schule am Kottbusser Tor.
Bewohnerin: In eine Schule im Wedding.
Weitere Bewohnerin: Auch in Waidmannslust.
Kinder: Wie sind Sie zur Schule gekommen?
Uschi: Zu Fuß, über ein Feld und eine lange Straße entlang.
Bernd: Ich bin einfach gelaufen.
Bewohnerin: Ich auch, immer zu Fuß.
Kinder: Hattet ihr Geschwister?
Uschi: Ja, drei Brüder. Heinz, Klaus und Horst. Einer ist leider schon gestorben.
Bernd: Ich hatte eine Schwester, sie lebt leider nicht mehr.
Bewohnerin: Ich habe eine Schwester.
Weitere Bewohnerin: Zwei jüngere Brüder.
Kinder: Haben Sie gern gekocht?
Uschi: Ja, ich habe gern Kartoffeln mit Soße, Gemüse und mageres Fleisch gemacht.
Bernd: Nicht so gern, aber ich esse gern Schnitzel, Pommes und Erdbeeren.
Bewohnerin: Ja, zusammen mit Oma und Opa. Ich habe Spaghetti, Kuchen und Muffins gemacht. Weitere Bewohnerin: Nicht so, aber Kartoffeln schälen konnte ich.
Kinder: Was haben Sie früher gearbeitet?
Uschi: Ich habe in einer Fleischerei im Verkauf gearbeitet.
Kinder: Worauf sind Sie stolz?
Uschi: Dass ich im Turnverein und im Kirchenchor war.
Bewohnerin: Dass ich geheiratet habe.
Weitere Bewohnerin: Dass ich so viel erlebt habe in meinem Leben.
Kinder: Woran denkt ihr gern zurück?
Uschi: An meine Tochter.
Bernd: Dass ich früher gern zur Schule gegangen bin.
Weitere Bewohnerin: An die Orte, wo ich gelebt habe und an meine Freunde von früher.
Kinder: Was wollt ihr uns Kindern mitgeben?
Uschi: Esst gesund und habt euch lieb.
Bernd: Macht einen guten Schulabschluss.
Bewohnerin: Sucht euch einen guten Beruf.
Weitere Bewohnerin: Seid neugierig, entdeckt viel und stellt viele Fragen.
Die Kinder bedanken sich für die vielen Geschichten. Die Bewohner*innen freuen sich sehr darüber und sagen, dass sie das Gespräch schön fanden. Alle merken: Jung und Alt können viel voneinander lernen.
